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G e d a n k e n   z u m   M a t e r i a l   m e i n e r   B i l d e r

Mich interessiert das fliessende Metall und das Verbinden von Metall.

Grundlage meines Arbeits-Materials ist das Autoblech: Teile von alten oder verunfallten Autos.

Das Rohmaterial des Autos ist für mich der optimale Rohstoff: Das Blech mit seiner eingebrannten Original-Farbe; das Auto, welches zuerst Statussymbol ist, sowie der Abfall davon, der seinen Wert verloren hat.
Nicht das Recycling im eigentlichen Sinn motiviert mich zu dieser Materialwahl.
Ich will nicht "das Auto" thematisieren, sondern mit dessen Rohmaterial etwas Neues erschaffen, das wieder einen neuen Sinn bekommt.

Arbeitstechnik meiner Metall-Bilder

Ich schneide mein Rohmaterial, das ausgewählte Autoblech, auseinander und hole mir jene Teile heraus, die ich für meine Bilder brauchen kann.
Ich glühe die sortierten Teile aus, so dass die Originalfarbe teilweise verschwindet und das Rohmaterial Blech mit seiner kalten Ausstrahlung zum Vorschein tritt. Bewusst lasse ich gewisse Farbresten stehen.
Ich mache das umgekehrte Verfahren des Malers: Ich nehme die Farbe weg, die bereits auf dem Material lag.

Anschliessend schweisse ich die Teile neu zusammen, bringe sie in die neue Form, "richte" sie.
Ich poliere das entstandene Bildobjekt und versehe es zuletzt ausgerechnet wieder mit demselben Lack, den ursprünglich das neue Auto in der Einbrennkabine erhielt: Das Bild wird wieder eingebrannt. Dieser Klarlack verleiht dem Objekt die Ausstrahlung, die es am Schluss hat.

Gestaltungsmittel und Philosophie meiner Metall-Bilder

Die Kombination von Farbe und Entfärbtem:

Die Originalfarben des Autos sind vielseitig kombinierbar.
Ich kann aber nicht die Farbe meiner Wahl nehmen, sondern ich muss und will das Vorhandene bzw. das Gefundene kombinieren.

Ich betreibe einen grossen Aufwand, bestimmte Farbteile zu suchen. Daher muss ich mich weit im Voraus mit dem Bild auseinandersetzen. Wenn ich im Kopf eine Farbe sehe, unternehme ich alles, um bei diversen Carosseriebetrieben nachzuforschen und so das Blech mit meiner Wunschfarbe zu finden.

Bei den Autofarben ist die Kombination immer spannend. Seltsamerweise entsteht im internationalen Angebot der Autofarben keine Disharmonie, wenn ich sie neu kombiniere.
Die Farbresten auf dem Blech zeigen auch, wie das Rohmaterial Blech - die kalte Ausstrahlung - korrespondiert mit den vielfach knalligen Farben, mit denen das Auto gefallen musste. Mein Bild ist ein Wechselspiel von kaltem, entfärbtem Roh-Blech, mit der Farbe, die oft grelle und herausfordernde Flächen zeigt. Man sieht nun den Hinter- sowie den Vordergrund. Das bedeutet für mich, dass ich "hinter die Kulisse" meines Rohmaterials schauen kann.

Narben und Schweissnähte sind Ursprung der Verbindung:

Die Schweissnähte empfinde ich als Narben. Wenn ich etwas verbinde, entsteht eine sichtbare Naht. Diese Narbe ist Teil des Ausdrucks meiner Bilder.
Ich verbinde Metalle von Autos aus der ganzen Welt. Sie sind danach ewig vereint. Und zu dieser Verbindung braucht es die beschriebenen Narben.

Oft bietet mein Rohmaterial Falten oder andere dreidimensionale Landschaften an. Sie stammen von einem Auto-Crash.
Der Autocrash ist aber nicht Thema meiner Bilder, sondern neutrale Materie: Denn die gewünschte dreidimensionale Form wird oft durch den Crash erst ermöglicht.

Das Auto steht nicht als Thema im Vordergrund.
Ich versuche, die Bilder so zu gestalten, dass die Herkunft des Materials nicht mehr erkennbar sein muss. Aber ich kaschiere bestimmte vorhandene Elemente wie Stanzlöcher oder Aussparungen nicht.


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